Dieser fünftägige Fortgeschrittenenkurs ist in zwei aufeinander aufbauende Abschnitte gegliedert. Im ersten Teil steht die Anwendung der „Tide“ zur diagnostischen Beurteilung und therapeutischen Behandlung im Mittelpunkt. Im zweiten Teil werden diese Kenntnisse und Fertigkeiten gezielt auf die Untersuchung und Behandlung von Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma, wie z.B. Gehirnerschütterung übertragen und vertieft.

Teil 1

Der erste Teil des Kurses vermittelt fundierte Kenntnisse und praktische Erfahrungen im Bereich der Palpation, die auf der langjährigen klinischen Erfahrung von Paul Lee, DO basieren. Im Mittelpunkt stehen die differenzierte Wahrnehmung und Anwendung der „Tide“ sowie die Auseinandersetzung mit ihrer Bedeutung für den Ausdruck der „Potency“ und „Intelligence“ im menschlichen Körper.

Am ersten Tag richtet sich der Blick vor allem darauf wie sich Wechselbeziehungen des gesamten Körpers über das fasziale System ausdrücken. Dabei wird aufgezeigt, wie die Behandlung einer Körperregion andere Bereiche des Körpers beeinflussen kann und gleichzeitig von deren Funktion und Zustand beeinflusst wird.

Im praktischen Teil werden wir eine Behandlung vom Fuß bis zum Kopf durchführen und wenden dabei ausgewählte osteopathische Annäherungen an, die Dr. Lee über viele Jahre in seiner klinischen Praxis entwickelt und eingesetzt hat.

Am zweiten Tag widmen wir uns intensiv dem Schädel und erkunden zentrale Orientierungspunkte, die uns bei der Behandlung des Schädels, der intrakraniellen Membranen und des Gehirns selbst unterstützen. Dabei vertiefen wir unser Verständnis für die funktionellen Zusammenhänge innerhalb des Schädels und lernen dabei, dass das Gehirn als „Dynamo“ fungiert. Dieses Verständnis bildet eine wichtige Grundlage dafür, die Bedeutung und Anwendung des CV4 differenzierter erfassen und in die osteopathische Behandlung integrieren zu können.


Der dritte Tag widmet sich einem zentralen Thema, das Dr. Lees klinisches wie auch persönliches Leben nachhaltig geprägt und grundlegend verändert hat:

Die Befragung der „Tide“ nach ihrer höchsten Intelligenz.

Diese besondere Form der Wahrnehmung und des Dialogs mit der „Tide“ eröffnet dem Behandler einen Zugang zu tieferen Ebenen des Geschehens und gibt ihm wertvolle Hinweise darauf, was der Körper im jeweiligen Moment benötigt und in welche Richtung sich der therapeutische Prozess entwickeln kann.

Welche anatomische Region sollte ich untersuchen? Welche Unterstützung benötigt dieser Patient möglicherweise – etwa durch ein bestimmtes Nahrungsergänzungsmittel? Und welche Nahrung könnte für mich selbst hilfreich und wohltuend sein? …

Dieser Kurs führt die Teilnehmer schrittweise von vertrautem Terrain und strukturellen Orientierungspunkten in ein für einige weniger vertrautes Gebiet: die unmittelbare Behandlung energetischer Einflüsse und des Nervensystems. Der aufeinander aufbauende Kursverlauf schafft dabei eine sichere und nachvollziehbare Grundlage, sodass auch Teilnehmer ohne bisherige Erfahrung in der Behandlung des Gehirns die notwendigen Kenntnisse und praktischen Fertigkeiten entwickeln können.

Teil 2

Der zweite Teil dieses Kurses widmet sich der gezielten Anwendung der in Teil 1 vermittelten Prinzipien in Bezug auf Diagnostik und Behandlung von leichten Schädel-Hirn-Traumata, (wie z.B. Gehirnerschütterungen). Dabei werden die zuvor erlernten Konzepte und Annäherungen auf die besonderen Anforderungen dieser Patienten übertragen.

Im Mittelpunkt stehen die Verbindung und praktische Integration der unterschiedlichen therapeutischen Ansätze, die Paul und Josh aktuell in ihren jeweiligen Praxen bei der Behandlung von Patienten mit leichten Schädel-Hirn-Trauma einsetzen.

Der Kurs befasst sich mit der osteopathischen Untersuchung und Behandlung verschiedener funktioneller Zusammenhänge und Läsionen. Zu den Schwerpunkten gehören: der osteopathische Schock, Kraftvektoren, durale-myodurale und parenchymale Läsionen, derThalamus, daszentrale autonome Nervensystem, Arachnoidaladhäsionen sowie das vestibuläre und okuläre System. Dabei werden die einzelnen Strukturen und Systeme sowohl in ihrer funktionellen Eigenständigkeit als auch in ihren komplexen Wechselbeziehungen betrachtet.

Lernziele

Nach Abschluss des Kurses sollen die Teilnehmer in der Lage sein:

Teil 1

  1. Zu verstehen, inwiefern die „Tide“ der primären Atmung Gesundheit verkörpert und wie sie in der biomechanischen osteopathischen Diagnose und Behandlung praktisch genutzt und angewendet werden kann.
  2. Zu erkennen, wie die „Tide“ das Quantenfeld repräsentiert, das die osteopathischen Konzepte erweitert und voranbringt.
  3. verschiedene osteopathische Annäherungen anzuwenden, die die Funktion des gesamten Körpers verbessern, indem sie fasziale Einschränkungen an vielen einzelnen, aber miteinander verbundenen Stellen lösen.
  4. Pathologische und physiologische Fulkren wahrzunehmen.
  5. Funktionsstörungen aus der Entfernung effektiv zu ertasten
  6. Die „Tide“ – als einen Ausdruck der höchsten Intelligenz – konsequent, effektiv und zuverlässig, zu befragen, um ihre positiven (Fluktuation) oder negativen (keine Fluktuation) Antworten auf diagnostische Aussagen zu erhalten, die der Behandler still für sich stellt.
  7. Den „Master Brain Point“ zu nutzen, um den Zustand des autonomen Nervensystems zu bestimmen, das Immunsystem zu stärken und auf die Kraft der „Tide“ zuzugreifen.
  8. Paul Lees sog. „Handtechniken“ zur Diagnose einzusetzen.
  9. Ganglien der sympathischen Grenzstrangs und prävertebrale Ganglien zu behandeln.
  10. Miasmen zu behandeln
  11. Die Prioritäten von Funktionsstörungen in Gelenken, Organen und Energiefeldern zu bestimmen.
  12. Annäherungen anzuwenden, um beginnende akute Virusinfektion abzuwenden

Teil 2

  1. Mit leichten Schädel-Hirn-Traumata verbundenen Symptome zu benennen
  2. Die Standardbehandlungsmöglichkeiten bei leichten Schädel-Hirn-Traumata zusammenzufassen.
  3. Ein Behandlungskonzept für leichte Schädel-Hirn-Traumata unter Anwendung erlernter osteopathischer Annäherungen anzuwenden.
  4. Physische Diagnosetechniken anzuwenden, um einen Schock zu erkennen.
  5. Erlernte osteopathische Annäherungen zur Behandlung eines Schocks anzuwenden
  6. Läsionen des autonomen Nervensystems zu erkennen und zu behandeln
  7. Arachnoidaladhäsionen an der Wirbelsäule und im Gehirn zu erkennen und zu behandeln
  8. Parenchymale Hirnverletzungen zu erkennen und zu behandeln
  9. Photophobie als Anzeichen einer meningealen Reizung zu erkennen
  10. Sehstörungen zu erkennen, die mit leichten Schädel-Hirn-Traumata verbunden sind
  11. Die Ätiologie von Gleichgewichtsstörungen bei leichten Schädel-Hirn-Traumata zu verstehen
  12. Den Unterschied zwischen Gleichgewichts- und Augenbeschwerden nach leichten Schädel-Hirn-Traumata zu erkennen.

Klinische Relevanz

Die erfolgreiche Behandlung des Postkommotionellen Syndroms stellt nach wie vor eine Herausforderung dar. Von den fast 3 Millionen Kopfverletzungen im Jahr 2014 wurden 75–95 % als leichtes Schädel-Hirn-Trauma eingestuft. Bei etwa 30–82 % dieser Patienten treten anschließend eine Reihe chronischer, beeinträchtigender Symptome auf, die die körperliche und soziale Funktionsfähigkeit im Alltag beeinträchtigen können.  Für Osteopathen ist es wichtig, die biomechanische Komponente dieser Erkrankung zu erkennen, da immer mehr Belege den Einsatz osteopathischer Manipulationen bei Gehirnerschütterungen stützen.

Dozenten: 

R. Paul Lee, DO, FAAO, FCA und Joshua Alexander, DO, MPH

Tabletutoren: Noori Mitha, Peter-Jacob Lamersdorf, Dennis Ehrlich

Vom VOD mit 50 Fortbildungspunkten akkreditiert.

Wie immer wird der gesamte Kurs ins Deutsche übersetzt.

Mindestvoraussetzungen für Kursteilnehmer:

*Abgeschlossene Osteopathieausbildung oder Studium an einer vom VOD/BVO anerkannten Schule

*Mindestens fünf Jahre klinische Erfahrung in der osteopathischen Praxis

*Mindestens 2 Postgraduiertenkurse im cranialen Bereich